Lowland Single Malt Scotch Whisky
Die Brennerei "Littlemill" teilte das Schicksal zahlreicher anderer Destillerien in den 1980er- und frühen 1990er-Jahre: Sie wurde stillgelegt (1992; Konkurs 1994), dem Verfall preisgegeben und 2004 durch einen Brand weitgehend zerstört. Gut 10 Jahre danach fiel das, was noch übrig war, in sich zusammen. Heute stehen an der Stelle Appartementhäuser. Auch vor der endgültigen Stilllegung durchlebte Littlemill eine bewegte Geschichte mit zahleichen temporären Produktionsunterbrüchen und vielen Eigentümerwechseln. Die Vergangenheit von Littlemill ist ein trauriges Kapitel der schottischen Whiskygeschichte. Immerhin wurde die Destillerie vermutlich bereits 1772 gegründet und ist damit eine der ältesten Brennereien Schottlands.
Aufgrund der zahlreichen Stilllegungen und der finalen Schliessung vor über 30 Jahren sind Littlemill-Abfüllungen heute absolute Raritäten und sehr gesucht. Seit 2020 kamen jährlich stets weniger als 10 Abfüllungen auf den Markt (und dies trotz des weltweiten Whisky-Booms). Tendenz drastisch sinkend. Im 2024 gab es gemäss "whiskybase.com" gerade mal noch drei neue Abfüllungen.
Kein Wunder sind wir von DramCatcher extrem erfreut und stolz, den Schweizer Whiskygeniessern einen 34-jährigen Littlemill anbieten zu dürfen. Das Sherry Butt von 1990 ging nach Asien (chinesischer und japanischer Markt), aber wir konnten uns vorher einige Flaschen sichern!
Unsere persönlichen Verkostungsnotizen:
Farbe: Dunkelbraun, wie edles Nussholz, mit schönen Reflexionen.
Nase: Ein überschwänglicher Schwall unzähliger süsslicher Aromen! Kirschen, reife Feigen, Zwetschgen, Brombeeren, um nur einige zu nennen. Ein Salat dunkler Sommerfrüchte, vielleicht komplettiert mit einer reifen Mango und Papaya. In der zweiten Reihe Anflüge von Kaffee, Tabak und Milchschokolade. Oder ist es Irish Cream? Letztlich egal, welche Aromen es genau sind, aber ich will mehr davon!
Gaumen: Vielschichtig, komplex und vollmundig. Und mit knapp 54% auch mit einer tollen "Power". Die süsslichen, fruchtigen Elemente haben auch im Mund die Überhand. Kandiszucker, Rosinen, getrocknete Mango und Papaya, saftige Kirschen. Alles dabei. Wir glauben auch, etwas Cassis zu erkennen.
Abgang: Unbedingt und bitte mehr davon! Lange und angenehm. Es kommen dezente kräutrige Nuancen zum Vorschein (weisser Tee?), die das Geschmackserlebnis komplettieren.
Verdikt: Überhaupt eine solche Rarität im Glas zu haben, ist schon ein Erlebnis für sich. Und dann noch diese Komplexität und Qualität.
What a dram! Der perfekte Begleiter zu… nein… Dieser Dram ist kein Begleiter zu irgendwas, dieser Dram ist die Hauptattraktion.